Was sind User Stories? Was sind Benutzergeschichten?

Scrum ohne User Stories? Unvorstellbar! User Stories können im Product Backlog als Benutzergeschichten bezeichnet werden. Durchgesetzt hat sich in der Praxis der englische Begriff User Story (Benutzergeschichte). Sie stellen vordergründig Anforderungen dar, wie sie aus Sicht des Endanwenders gesehen werden. Doch welche Besonderheiten zeichnen User Stories aus und aus welchen Teilen setzen sie sich zusammen?

Bestandteile und Charakteristika der User Stories

Unabhängig von der eigenen Länge sind User Stories dazu in der Lage, die verschiedensten Anforderungen zu beschreiben. Dabei stellen sie diese immer aus Sicht des Endanwenders dar und sind dadurch sehr verständlich. Die Benutzergeschichten setzen sich immer aus mehreren Bestandteilen zusammen. Es wird das folgende Format vorgeschlagen1:

Syntax:
Als möchte ich <Ziel/Wunsch>, um

Beispiel:
Als Kunde möchte ich mich in das Portal einloggen können,
um auf meine Benutzerdaten zugreifen zu können.

Offensichtlich wird die User Story in Prosa verfasst, enthält eine Rolle, die Zielsetzung und den Nutzen, der sich auf die Anforderung bezieht. Darüber hinaus umfassen User Stories eine Reihe von Akzeptanzkriterien, kurz COS (Conditions Of Satisfaction). Durch diese werden festgehalten, welche Kriterien letzten Endes erfüllt werden müssen, damit die Realisierung der Anforderungen als erfolgreich bezeichnet werden kann.

Gestaltung der Benutzergeschichten

In ihrer traditionellen Form wurden die User Stories auf Karteikarten vermerkt. Die Vorderseite diente dem Vermerk von Name und User Story. Auf der Rückseite fanden die Akzeptanzkriterien einen Platz. Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit, die User Stories elektronisch zu erfassen. Wichtig ist, dass für die Benutzergeschichten immer die 3C-Kriterien gelten. Demnach muss eine User Story prinzipiell mit dem Platz auskommen, den die Karteikarte liefert (Card). Damit dies möglich ist, muss sie kurz gefasst sein. Es gilt sich vor Augen zu halten, dass die User Stories das Gespräch zwischen Entwicklungsteam und Product Owner nicht ersetzen können, sondern dass sie lediglich zur Festhaltung von diesem dienen (Conversation). Des Weiteren ist es entscheidend, dass jede Benutzergeschichte überprüfbar und testbar sein muss (Confirmation) 2.

Nutzen der User Stories im Product Backlog

Sicherlich eignen sich User Stories hervorragend, um die Bedürfnisse eines Endanwenders im Product Backlog festzuhalten. Doch warum ist das der Fall? Durch jede User Story wird eine Anforderung gemeinsam mit dem Nutzen für den Endanwender beschrieben. Dadurch kann gewährleistet werden, dass durch jede Anforderung schließlich auch der gewünschte Mehrwert generiert wird. Von den User Stories wird grundsätzlich eine systematische Verfeinerung der Anforderungen unterstützt. Dabei kann diese stets Step by Step erfolgen und lässt sich hervorragend in die unterschiedlichen Aufgaben einbinden. Gute User Stories sind immer dazu in der Lage die INVEST-Kriterien zu erfüllen. Die Anwendung der User Stories kann leicht erlernt werden. Meist ist an dieser Stelle eine kurze Einführung ausreichend, damit mit diesen gearbeitet werden kann. Sämtliche Akzeptanzkriterien, die in Bezug auf die User Stories gelten, können problemlos in Akzeptanztests umgewandelt werden. Eine akzeptanzgetriebene Entwicklung wird außerdem durch sie unterstützt. Die Beschreibung als Benutzergeschichte ist auch dann möglich, wenn es sich um nicht funktionale Anforderungen handelt. Ein Beispiel hierfür sind Performancemerkmale. Dagegen eignen sich die User Stories vergleichsweise schlecht zur Beschreibung von Anforderungen an die Benutzeroberfläche. An dieser Stelle sollte bevorzugt auf Usability Prototypen und UML-Dokumente zurückgegriffen werden2.

Ist User Story gleich Use Case?

Diese Frage wird häufig bei der Einführung von Scrum gestellt. Kurz geantwortet ist ein Use Case umfangreicher und bietet detailliertere Informationen. Eine User Story kann als Kurzbeschreibung eines Use Case bezeichnet werden3.

Ich hoffe, die zurückliegenden Abschnitte haben Ihnen ein die Benutzergeschichten bzw. User Stories im Scrum näher gebracht. Benötigen Sie Unterstützung in der Einführung von Scrum? Dann kontaktieren Sie mich noch heute über unser Kontaktformular. Eine Antwort innerhalb 24 Stunden ist Ihnen sicher.

Ich freue mich über Ihr Feedback.

Ihr Dr. Patrick Seifried
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Quellen:
1 Mike Cohn: User Stories Applied.
2 Roman Pichler: Scrum - Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen
3 Wiki: User Story

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  1. [...] die User Stories die INVEST-Merkmale, sind die Anforderungen gut spezifiziert und nachvollziehbar. Sie gelten als [...]

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