Ein Scrum Product Owner fällt nicht einfach vom Himmel

Entgegen vieler Vermutungen handelt es sich bei dem Scrum Product Owner nicht um ein Komitee. Er ist vielmehr die einzige Person, dessen Verantwortungsbereich das Product Backlog ist. Er muss den Wert der Arbeit, die sein Entwicklungs-Team geleistet hat, sicherstellen.

Wo ist der organisatorische Platz vom Product Owner?

Der Product Owner kann der Produkt Manager sein, wenn es um die Entwicklung von kommerziellen Produkten geht. Bei In-House Entwicklungen hingegen kann die Product Owner Rolle auch vom verantwortlichen Abteilungsleiter bzw. Bereichsleiter übernommen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass er im Entwicklungsteam mitarbeitet und mitentwickelt, dann wird allerdings seine Interaktionen mit den Stakeholdern sehr eingeschränkt möglich sein. Hierfür könnte allerdings ein Projektleiter eingesetzt werden. Nicht möglich ist jedoch, dass der Product Owner auch gleichzeitig ScrumMaster ist. 1

Was macht ein Product Owner und wo liegen die Verantwortungsbereiche?

Ein Product Owner ist grundsätzlich für die Pflege des Product Backlogs verantwortlich. Darüber hinaus wird durch ihn sichergestellt, dass das Product Backlog für jedermann zugänglich ist. Er muss demnach auch sicherstellen, dass jeder weiß, welche Einträge, die sich im Backlog befinden, die höchste Priorität haben. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich jeder darüber im Klaren ist, woran letztlich gearbeitet wird.

Grundsätzlich trifft der Product Owner die Entscheidungen als Einzelperson. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass er von einem Komitee sowohl beeinflusst als auch unterstützt wird. Allerdings muss jeder, der Änderungen an der Priorität eines Eintrags vornehmen möchte, den Product Owner zunächst davon überzeugen. Setzen Unternehmen Scrum ein, werden sie mit Sicherheit bemerken, dass dieses auch Einfluss auf die Art und Weise nimmt, in der Anforderungen definiert und eben nun einmal Prioritäten gesetzt werden.

Der Product Owner kann in einem Unternehmen grundlegend nur dann Erfolge vorweisen, wenn sämtliche Mitarbeiter der Organisation die Entscheidung von ihm respektieren. Grundsätzlich darf den Teams von niemand vorgeschrieben werden, dass sie letztlich nach anderen Prioritäten arbeiten sollen. Gleichzeitig dürfen sich die Teams auch auf niemanden einlassen, von dem letztlich das Gegenteil behauptet wird. Alle Entscheidungen, die von dem Product Owner getroffen werden, spiegeln sich sowohl im Inhalt als auch in der Priorisierung des Product Backlogs wider. Durch diese Sichtbarkeit wird permanent verlangt, dass der Product Owner sein Bestes gibt. Ohne Zweifel handelt es sich demnach bei dem Product Owner um eine anspruchsvolle, aber mit Sicherheit auch lohnende Rolle.1

Was macht ein Product Owner nicht? Für was ist er nicht verantwortlich?

Ohne Zweifel nimmt der Product Owner eine Schlüsselfunktion in einem Unternehmen ein. Allerdings handelt es sich bei ihm entgegen vieler Vermutungen nicht um einen Vertreter des Kunden. Sein oberstes Ziel muss grundsätzlich die Wirtschaftlichkeit von einem Produkt sein. Innerhalb des Unternehmens ist der Product Owner immer für die Interessen und die Anforderungen der jeweiligen Interessengruppen zuständig. Jedoch übernimmt er nicht die Lieferung von Produktfunktionalitäten. Diese liegen prinzipiell nicht in seinem Verantwortungsbereich. Der Product Owner ist auch nicht für die Einhaltung der im Voraus vereinbarten Qualitätsstandards zuständig. Auch das muss durch das Entwicklungsteam gewährleistet werden.2

Was sind die Gefahren, Fallen und Fehler eines Product Owners?

Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit dem Einsatz von einem Product Owner haben, machen häufig Fehler, die sich negativ auf dessen Arbeit auswirken. Ein Product Owner darf sich bei der Definition von Prioritäten nicht beirren lassen. Gleichzeitig handelt es sich hierbei aber auch um den Bereich, in dem die meisten Fehler passieren. Vor allem bei der Implementierung von Scrum ist es keine Seltenheit, dass die Product Owner nicht ausreichend bevollmächtigt sind, um sämtliche notwendigen Entscheidungen verbindlich treffen zu können. Ist dies nicht möglich, ist er in seinem Handlungsbedarf eingeschränkt. Häufig wird der Product Owner in Unternehmen aber auch überlastet, weil ihm Aufgaben anvertraut werden, die nicht in seinem Zuständigkeitsbereich liegen. Hier gilt es gegebenenfalls selbst einzuschreiten und Zuständigkeiten neu zu definieren.2

Benötigen Sie Unterstützung als Product Owner?

Ich hoffe, die zurückliegenden Abschnitte haben Ihnen einen Einblick über die Pflichten, Rechte und Herausforderungen eines Scrum Product Owners geben können. Benötigen Sie Unterstützung in der Einführung von Scrum? Dann kontaktieren Sie mich noch heute über unser Kontaktformular. Eine Antwort innerhalb 24 Stunden ist Ihnen sicher. Ich freue mich auf Sie!

Ich freue mich über Ihr Feedback.

Ihr Dr. Patrick Seifried
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Quelle: [Scrum Guide: Ken Schwaber, Jeff Sutherland, Scrum.org, Oktober 2011]

2 Quelle: [Scrum Product Owner: Wiki, 10.4.2012]

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  1. […] sind. Des Weiteren sollten die Anforderungen nach den INVEST-Merkmalen verhandelbar sein. D.h. dem Product Owner und dem Team sollte ein Verhandlungsspielraum in den Planungssitzung möglich sein. Nur so kann […]
  2. […] das Rollenmodell von Scrum. In einer Organisationsstruktur die von Scrum geprägt ist, nehmen die Product Owner eine zentrale Rolle ein. Der Wirkungsgrad eines Product Owner kommt erst […]

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